Schritt 1: Informationen über Demand Side Management (DSM) beschaffen

DSM – eine kurze Einführung

Durch den starken Ausbau von Wind- und Solarenergie ist ein wachsender Teil der Stromerzeugung  wetterbedingten Schwankungen unterworfen. Die müssen ausgeglichen werden, um einer Überlastung des Stromsystems vorzubeugen. Die Flexibilisierung der Stromnachfrage kann dafür einen Beitrag leisten.

Hier kommt Demand Side Management (DSM) ins Spiel: die gezielte Steuerung der Stromnachfrage in Unternehmen und die Möglichkeit zur Vermarktung der verschiebbaren Stromlast. Mit DSM kann die Stromnachfrage von Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll flexibilisiert und die gewonnene Flexibilität vermarktet werden.

DSM kann somit dazu beitragen, Erzeugungs- und Nachfrageschwankungen auszugleichen, Ausgleichs- und Regelleistung bereitzustellen und überlastete Netzabschnitte zu entlasten. Unternehmen können DSM aber auch dazu nutzen, um Strompreisschwankungen am Spotmarkt zu nutzen und so die Stromkosten zu senken. 

DSM lässt sich branchenübergreifend einsetzen. Potenziale können in den unterschiedlichsten Unternehmen bestehen und sind grundsätzlich auch nicht von der Größe des Unternehmens abhängig. Energieintensive Unternehmen, wie zum Beispiel Aluminiumhütten oder Stahlwerke, haben in der Regel auch hohe flexible Lasten. Weitere Branchen, in denen in der Regel DSM-geeignete Prozesse laufen, sind:

  • Papier- und Druckindustrie
  • Fahrzeug- und Maschinenbau
  • Metallherstellung und -verarbeitung
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Baustoffindustrie
  • Wasserver- und -entsorgung

Aber selbst, wenn sich Ihr Unternehmen nicht diesen Branchen zuordnen lässt, kann sich DSM trotzdem für Sie lohnen. Entscheidend sind die Eigenschaften der Prozesse in Ihrem Unternehmen. Und hier lassen sich nicht nur energieintensive Prozesse nutzen: Auch im Bereich der Querschnittstechnologien kann DSM wirtschaftlich möglich sein. Querschnittstechnologien kommen in nahezu allen Branchen zum Einsatz. Zu diesen Technologien zählen beispielsweise:

  • Prozesskältesysteme
  • Pumpensysteme
  • Druckluftsysteme
  • Belüftungssysteme

Informationen zu den für DSM benötigten Prozesseigenschaften finden Sie in Schritt 2 und Schritt 4.


Informationen finden

Umfangreiche Informationen zu DSM finden Sie auf der weiteren Seiten unserer Projektwebsite, beispielsweise:

Informationen zur Regelleistungserbringung finden Sie unter:

Weiterführende Informationen:

Regelleistung mit DSM

Im Rahmen von DSM stehen Unternehmen verschiedene Wege offen, um ihre flexiblen Lasten zu vermarkten.

Einer der wichtigsten Märkte für flexible Lasten ist der Regelleistungsmarkt. Die Übertragungsnetzbetreiber kaufen Regelleistung über Ausschreibungen ein und nutzen sie, um damit die Normfrequenz des Stromnetzes stabil zu halten. Auch flexible Lasten können sie als Regelleistung heranziehen. Ist beispielsweise zwischenzeitlich zu viel Strom im Netz, kann der Übertragungsnetzbetreiber auf flexible Lasten von Unternehmen zurückgreifen und so auch die Stromnachfrage kurzzeitig erhöhen.

Zwei von insgesamt drei Regelleistungsarten können grundsätzlich über flexible Lasten bereitgestellt werden: Sekundärregelleistung und Minutenreserve. Für Sekundärregelleistung muss die volle Last innerhalb von 5 Minuten bereitstehen können. Die Mindestangebotshöhe liegt derzeit bei 5 Megawatt. Für die Minutenreserve muss die volle Last innerhalb von 15 Minuten für eine Dauer von bis zu 4 x 15 Minuten abrufbar sein. Die Mindestangebotshöhe liegt derzeit ebenfalls bei 5 Megawatt. Hier wird an einer Anpassung der Voraussetzungen gearbeitet, sodass sich noch in 2016 Änderungen ergeben können.

Jede Anlage, mit der Regelleistung erbracht werden soll, muss präqualifiziert werden und zwar jeweils für das Marktsegment, auf dem sie angeboten werden soll. Dabei werden Kriterien wie Ansprechzeiten der Anlage und ihre Verfügbarkeit geprüft.

Weitere Informationen zur Präqualifikation siehe Schritt 6 und Schritt 7.

Neben der Bereitstellung von Regelleistung gibt es noch folgende weitere Vermarktungsmöglichkeiten:

  • Netzengpassmanagement – Übertragungsnetzbetreiber können flexible Lasten auch dazu einsetzen, Engpässe in ihren Netzen zu beheben. Hierfür können Anbieter flexibler Lasten bilaterale Verträge mit den Netzbetreibern schließen.
  • Spotmarkt – Knappheiten oder Überschüsse am Strommarkt lassen die Börsenstrompreise schwanken. Unternehmen mit flexiblen Lasten können ihre Stromnachfrage je nach Strompreis variieren und so ihre Beschaffungskosten senken.
  • Bilanzkreismanagement – Um den Stromverbrauch und die -erzeugung in seinem Bilanzkreis auszugleichen, kann der Bilanzkreisverantwortliche auf flexible Lasten zurückgreifen und dies dem Unternehmen entsprechend vergüten.