Schritt 10: Erlöse erzielen – Regelleistungserbringung abrechnen

Von wem erhalte ich meine Erlöse?

Für die Abrechnung der Regelleistung sind jeweils die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zuständig, in deren Regelzone die Anlagen angeschlossen und präqualifiziert wurden. Je nachdem, ob Sie die Regelleistung selbst oder mithilfe eines DSM-Vermarkters anbieten, erfolgt die Abrechnung für Sie direkt mit dem ÜNB oder mit dem Vermarkter.

Vermarkten Sie Ihre Lasten selbst, werden die erwirtschafteten Erlöse vom ÜNB an das Unternehmen ausgeschüttet.

Unterstützt Sie ein DSM-Vermarkter bei der Vermarktung, rechnet der ÜNB die Zahlungen mit dem DSM-Vermarkter ab und der DSM-Vermarkter wiederum mit Ihrem Unternehmen. Je nach Geschäftsmodell des DSM-Vermarkters behält dieser einen Teil der Erlöse als Aufwandsentschädigung ein und reicht einen Teil an Sie weiter.


Leistungs- und Arbeitspreis abrechnen

Bei Sekundärregelleistung (SRL) und Minutenreserveleistung (MRL) werden die Vorhaltung von Regelleistung und der tatsächliche Abruf von Regelleistung getrennt von einander vergütet. Als Unternehmen müssen Sie daher in Ihren Geboten für Regelleistung jeweils einen Leistungspreis für die Vergütung der Vorhaltung und ein Arbeitspreis für die Vergütung eines Abrufs definieren. Maßgeblich für die Höhe der Vergütung sind die abzurechnenden Energiemengen und die vom Unternehmen angebotenen Preise.

Bei der Vergütung für die Regelleistungsvorhaltung (Leistungspreis) ergeben sich die abzurechnenden Mengen und somit die Erlöse direkt aus den vereinbarten Preisen im Rahmen der Regelleistungsausschreibungen.

Die Erlöse für die tatsächlich erbrachte Menge an SRL und MRL werden unterschiedlich bestimmt. Die Ermittlung der bereitgestellten SRL erfolgt über die verschiedenen Erfassungssysteme und eine kontinuierliche Erfassung der Anlagen, z. B. über die aufgezeichneten Lastgänge, beim Unternehmen. Die Vergütungen werden jeweils für einen Liefermonat abgerechnet.

Wenn Sie mit einem DSM-Vermarkter zusammenarbeiten, wird dieser einen Anteil am Leistungspreis, meist einen prozentualen Abschlag auf den erwirtschafteten mittleren Leistungspreis einbehalten. Damit deckt der Vermarkter unter anderem seine Kosten für die Fernwirktechnik, seine verschiedenen Serviceleistungen wie bspw. Unterstützung bei der DSM-Potenzialanalyse oder einen Rund-um-die-Uhr-Service ab. Mit der Wahl des Arbeitspreises kann das Unternehmen die Abrufhäufigkeiten von Regelleistung maßgeblich beeinflussen. Hier sollte ein Optimum zwischen Abrufhäufigkeit, Abrufdauer und Erlösen aus dem Arbeitspreis gesucht werden.


Abgleich mit dem BKV

Um nach dem Regelleistungsabruf seinen Bilanzkreis auszugleichen sowie ein Gegenregeln und fehlerhafte Prognosen zu vermeiden, muss der Bilanzkreisverantwortliche (BKV) möglichst kurzfristig über den Abruf einer flexiblen Stromlast für Regelleistung in Kenntnis gesetzt werden. Dies kann durch den DSM-Vermarkter erfolgen, wenn Sie mit einem zusammen arbeiten. Vermarkten Sie ihre Regelleistung selbstständig, müssen Sie mit dem BKV in Kontakt treten.

Der Informationsfluss nach Abruf von Regelleistung kann im Rahmen der BKV-Bestätigung (siehe Schritt 6) zwischen DSM-Vermarkter bzw. zwischen Ihnen und dem BKV ausgehandelt werden.