Schritt 7: Technische Voraussetzungen schaffen

Technik installieren

Die technischen Anforderungen für die Erbringung von Regelleistung werden von verschiedenen Normen und Standards vorgegeben. Das sind z. B. das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) oder die Stromnetz-Zugangsverordnung.

So ist für die Steuerung von Anlagen zum Erbringen von Sekundärregelleistung eine abgesicherte Kommunikationsstrecke Voraussetzung. Arbeiten Sie mit einem DSM-Vermarkter zusammen, bringt dieser in der Regel die notwendige Technik mit und unterstützt bspw. in Workshops bei der Installation. Er prüft dann auch, ob die Anlagen den IT-Anforderungen der ÜNB genügen und sie in der Lage sind, die geforderten Mindestanforderungen an das Erbringen von Sekundärregelleistung erfüllen. Für die Erbringung von Minutenreserveleistung gelten geringere Anforderungen. Entscheidend ist, dass die elektronische Kommunikation mithilfe des sogenannten Merit-Order-Listen-Server (MOLS) erfolgen muss.  

Auf der Internetplattform www.regelleistung.net stehen unter dem Punkt Präqualifikation (LINK) Musterverträge und Anforderungen an die Informationstechnik sowohl für Sekunden- als auch Minutenregelleistung zum Download bereit.

Um die Anforderungen zu erfüllen, muss die erforderliche Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik entweder angepasst oder beschafft und installiert werden. Das können unter anderem Sensoren, speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und entsprechende Kabel sein.


Anlagen extern anbinden

Für den Abruf von Regelleistung implementieren DSM-Vermarkter und Unternehmen dann eine Schnittstelle zwischen der Fernwirktechnik des Übertragungsnetzbetreibers (ÜNB) bzw. des DSM-Vermarkters und der lokalen Mess- und Steuerungstechnik des Unternehmens. Die konkrete Ausgestaltung der Schnittstelle erfolgt nach den Vorgaben des ÜNB.
Für die technische Einbindung der Anlagen in den Regelleistungspool des DSM-Vermarkters stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die Anlage kann direkt über eine Fernwirktechnikanbindung (Fernsteuerbox) mit dem ÜNB bzw. dem DSM-Vermarkter verbunden werden.
  • Alternativ kann die Anlage mit dem Energiemanagementsystem (technisch) verbunden und das Energiemanagementsystem des Unternehmens mit dem ÜNB bzw. dem DSM-Vermarkter verbunden werden.

Neben einer direkten Steuerung der zu schaltenden Anlagen durch ein Signal des Vermarkters oder des ÜNB, kann auch ein Signal an die Leitwarte des Unternehmens mit dem Aufruf zum Schalten gesendet werden. Auf diese Weise beeinflusst das Unternehmen zum Zeitpunkt des Abrufs die zu regelnden Anlagen nach den Vorgaben des ÜNB selbst.

Nach Installation und Anbindung der Schnittstelle folgt eine Testphase. Diese kann zwischen einer bis vier Wochen dauern. In dieser Testphase werden sekundengenaue Messungen der Lastverläufe der flexiblen Anlagen bei der Regelleistungserbringung erprobt. Auch die Verfügbarkeit sowie die mögliche Schaltdauer und -höhe der flexiblen Lasten wird überprüft. Bei den Tests arbeiten DSM-Vermarkter und Unternehmen eng zusammen.

Folgende Fragen sollten dabei geklärt werden:

  • Reagiert die Steuerung des Aggregats wie geplant auf ein Abrufsignal?
  • Erfolgt das Zu- bzw. Abschalten der Last im geplanten Umfang?
  • Erfolgt das ggf. notwendige Nachholen der Last wie geplant?
  • Lassen sich die ggf. auftretenden energetischen Verluste (z. B. höhere Wärmeverluste) reduzieren?
  • Bleiben die reservierten Speicherbereiche im Rahmen des Abrufs erhalten?
  • Bleibt die normale Prozessregelung durch den externen Eingriff unbeeinträchtigt?
  • Werden Grenzwerte der Prozessparameter (z. B. Qualitätsanforderungen) weiterhin eingehalten?
  • Werden evtl. vorgesehene Sicherheitspuffer eingehalten?

Anlagen beim ÜNB anmelden

Das Unternehmen stellt die vorher identifizierten Anlagen (Technischen Einheiten) beim Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zur Präqualifikation vor, indem es entsprechende Unterlagen einreicht. Der ÜNB führt an-schließend eine Prüfung für jede technische Einheit durch. Nach positiver Prüfung (Präqualifikation) schließt das Unternehmen mit dem ÜNB einen Rahmenvertrag.

Entscheidet sich ein Unternehmen dafür, die Vermarktung seiner DSM-Potenziale am Regelleistungsmarkt selbstständig umzusetzen, müssen alle Vereinbarungen für die Präqualifikation vom Unternehmen vorgenommen werden, ansonsten kann das der DSM-Vermarkter übernehmen.