Schritt 8: Teilnahme an den Regelleistungs-Ausschreibungen der ÜNB

Regelleistung anbieten

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) schreiben den von ihnen ermittelten Bedarf an den drei Regelleistungs-produkten Primärregelleistung (PRL), Sekundärregelleistung (SRL) und Minutenreserveleistung (MRL) über die gemeinsame Internetplattform www.regelleistung.net aus (siehe Schritt 1).

An diesen Ausschreibungen können Unternehmen mit ihren flexiblen Lasten eigenständig bzw. über einen DSM-Vermarkter teilnehmen.  Für die Erbringung von PRL eignen sich flexible Lasten allerdings in der Regel nicht.

Positive und negative SRL und MRL werden getrennt ausgeschrieben. SRL schreiben die ÜNB wöchentlich und  MRL täglich aus. Darüber hinaus unterscheiden sich die beiden Regelleistungsarten in den Lieferzeiträumen. Bei SRL wird zwischen zwei, bei MRL sogar zwischen sechs separaten sogenannten Zeitscheiben unterschieden. Bei SRL werden die Zeitscheiben als Hochtarif (montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr) und Niedertarif (sonstige Zeiträume) bezeichnet. Bei MRL wird jeder Tag in sechs Zeitscheiben von jeweils vier Stunden unterteilt. Hier wird an einer Anpassung der Voraussetzungen gearbeitet, sodass sich noch in 2016 Änderungen ergeben können.  

Ihr Angebot für die Teilnahme an der Ausschreibung muss unter anderem folgende Angaben erhalten:

  • Ausschreibungszeitraum
  • Anschluss-Regelzone, in der die Regelleistung vorgehalten wird
  • Angebotene positive bzw. negative Regelleistung in Megawatt
  • Produkt-Zeitscheibe, auf die sich das Angebot bezieht
  • angebotener Preis in €/MWh

Weitere Informationen sind in  den Musterverträgen auf der Internetplattform regelleistung.net unter dem Punkt Präqualifikation zu finden.


Verfügbarkeit prüfen

Als Anbieter müssen Sie bei der Angebotserstellung alle für die Vorhaltung und Erbringung von Regelleistung bekannten Einschränkungen Ihrer Anlagen sowie der zugehörigen Netzanschlüsse und in dem Transportweg vom Netzanschlusspunkt bis ins Übertragungsnetz berücksichtigen.

Bevor Ihr Unternehmen die Regelleistung dann am Markt anbietet, müssen Sie sicherstellen, dass die präqualifizierten Anlagen zu den entsprechenden Zeitfenstern, in denen Sie anbieten möchten, auch tatsächlich für einen eventuellen Regelleistungsabruf zur Verfügung stehen. Es können immer mal Situationen eintreten, in denen das nicht der Fall ist, zum Beispiel durch unerwartete Ausfälle der Anlagen, ungeplante Produktionsaufträge etc.

Wenn der ÜNB versucht Regelleistung bei Ihnen abzurufen, aber der Abruf von Seiten Ihres Unternehmens nicht erfüllt werden kann, müssen Sie mit Strafzahlungen rechnen. Um die Erbringung von Regelleistung sicherzustellen, können Sie als Anbieter auch auf präqualifizierte und in der gleichen Regelzone gelegene Anlagen Dritter verweisen. Diese dürfen dabei aber nicht zeitgleich in andere Regelleistungsausschreibungen einbezogen sein.


Anlagen bereithalten

Die Mitteilung der Vergabeentscheidung durch den ÜNB erfolgt grundsätzlich unter Nutzung der Internetplattform regelleistung.net bis zum Ende der Vergabefrist. Eine zusätzliche schriftliche Benachrichtigung erfolgt nicht. Als Anbieter sind Sie verpflichtet, sich über das Vergabeergebnis nach Ablauf der Vergabefrist zu informieren.

Der Zuschlag für die ausgewählten Anbieter erfolgt grundsätzlich nach der Merit Order der angebotenen Preise für die Vorhaltung der Regelleistung; die Gebote für den Abruf, also den Arbeitspreis, spielen beim Zuschlag keine Rolle.