Chancen für Industrie und Gewerbe

In Baden-Württemberg gibt es eine Vielzahl großer und mittlerer (Industrie-)Unternehmen, die grundsätzlich über Potenziale zur Verlagerung der betrieblichen Stromlasten verfügen. Eine Studie der Agora Energiewende hat explizit für Baden-Württemberg und Bayern ein Potenzial von etwa 1 Gigawatt für einen Zeitraum von einer Stunde an flexiblen, grundsätzlich verschiebbaren Stromlasten ermittelt. In der energiewirtschaftlichen Debatte wird überwiegend davon ausgegangen, dass die Erschließung dieser DSM-Potenziale unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorrangig in Industrie und Gewerbe möglich ist.

Die im Pilotprojekt Demand Side Management Baden-Württemberg gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um unter Einbindung weiterer Marktakteure Lösungen für identifizierte Problemstellungen sowie praktische Hilfen für die Umsetzung von Demand Side Management (z. B. Standards und Leitlinien) zu entwickeln.

Die Ergebnisse des Projekts werden allen Interessierten kostenlos zur Verfügung gestellt.
Zentrale Schritte sind:

  • Etablierung eines DSM-Pilotprojekts mit bis zu zehn Unternehmen aus Baden-Württemberg, in dem Praxiserfahrungen mit der Vermarktung flexibler Lasten gesammelt werden und eine Strahlkraft für Baden-Württemberg und darüber hinaus erreicht wird
  • Erprobung des DSM-Markts erfolgt unter Berücksichtigung technischer, regulatorischer und wirtschaftlicher Gesichtspunkte (Schwerpunkte Regelenergiemarkt und Netzengpassmanagement)
  • Identifizierung der wirtschaftlich erschließbaren Lastverlagerungspotenziale in ausgewählten Unternehmen aus verschiedenen Branchen
  • Aufbau eines DSM-Netzwerks in Baden-Württemberg unter Zusammenführung relevanter Stakeholder und Erarbeitung von Beiträgen zur mittelfristigen Erschließung des Flexibilisierungspotenzials durch nachfrageseitiges Lastmanagement in Unternehmen
  • Standardisierung von Arbeits- und Prozessabläufen zur Identifizierung und Vermarktung von DSM im Regelenergiemarkt und für das Netzengpassmanagement einschließlich der Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft
  • Begleitung der Integration von DSM in ein betriebliches Energiemanagement bei den beteiligten Unternehmen (Fokus Industrieunternehmen und KMU)
  • Identifikation wesentlicher Einflussfaktoren auf die Erschließung des Lastmanagementpotenzials in Baden-Württemberg (Treiber und Hemmnisse, limitierende Faktoren)
  • Bereitstellung einer „DSM-Toolbox“ für Unternehmen